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Dr. med. Mathias Okroi / Praxis Dr. Kuhlgatz

Chirurg
Praxis für Coloproktologie

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Fragen zu Hämorrhoiden und ihren Beschwerden

Wie häufig treten Hämorrhoidenbeschwerden auf?

Hämorrhoiden und andere Enddarmleiden sind außerordentlich weit verbreitet. In Europa leiden wohl zwei von drei Erwachsenen früher oder später unter Beschwerden im Afterbereich. Oft werden die Beschwerden über einen langen Zeitraum verschwiegen. Aus falscher Scham und unbegründeter Angst wird der Arzt nicht oder erst nach einer längeren Leidenszeit aufgesucht.

Warum können Hämorrhoidenbeschwerden „heimtückisch“ sein?

Sie sind die häufigste Ursache für Beschwerden im After- und Enddarmbereich. Es können sich jedoch auch andere schwerwiegende Erkrankungen hinter solchen Beschwerden verbergen. Das ist wichtig! Sonst verzögert sich im Vertrauen auf die scheinbare Harmlosigkeit der Hämorrhoidenbeschwerden eine frühzeitige Erkennung und Behandlung, z.B. von entzündlichen oder tumorartigen Veränderungen.

Kann aus Hämorrhoiden Krebs entstehen?

Aus Hämorrhoiden entsteht kein Krebs. Da aber die Symptome bei Hämorrhoiden (z.B. Blut) auch bei anderen Enddarmerkrankungen auftreten, müssen alle so genannten "Hämorrhoidalbeschwerden" ärztlich abgeklärt werden.

Wie erkenne ich, ob ich gestaute Hämorrhoiden habe?

Bei einem gestörten Feinverschluss des Afters durch vergrößerte Hämorrhoiden kann Darmschleim in den unteren Teil des Analkanals und nach außen auf die Haut gelangen. Diese sehr empfindliche Zone wird gereizt, und es kommt zu den typischen Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen und Nässen. Die Blutung ist ein weiteres charakteristisches Symptom: beim Abwischen auf dem Papier, als Blutauflagerung auf dem Stuhl oder tropfend. Hautausschläge (Ekzeme) oder verschmutzte Wäsche durch Nachschmieren deuten auch auf vergrößerte Hämorrhoiden hin, ebenso ein Druckgefühl im Afterkanal (Fremdkörpergefühl) oder das ständige Gefühl der unvollständigen Darmentleerung. Diese Beschwerden treten aber auch bei Tumoren im Enddarm auf.

Kann ich mir bei Beschwerden selbst helfen?

Durch so genannte Hämorrhoidalsalben und -zäpfchen, Analtampons und auch durch Sitzbäder lassen sich diese Beschwerden lindern. Wichtig ist die rechtzeitige Vorstellung beim Arzt! Vorbeugend und zur Unterstützung der Enddarmbehandlung wird eine ballastreiche Ernährung (z.B. Obst, Gemüse, Vollkornerzeugnisse, Weizenkleie) empfohlen sowie ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit (möglichst 2 Liter täglich). Achten Sie auf eine richtige Stuhlentleerung, vermeiden Sie Pressen, verzichten Sie unbedingt auf Abführmittel, treiben Sie Bewegungsport, der den Beckenboden nicht belastet wie Schwimmen und Radfahren. Hilfreich ist eine geeignete Analhygiene ausschließlich mit Wasser, ohne Seife, bzw. seifige Substanzen und/oder Zusätze und ohne Feuchttücher.

Wann muss ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht rasch abklingen – spätestens nach 4 Wochen. Bei Blutungen, Schleimabsonderung und Stuhlunregelmäßigkeiten sollte man einen Arzt umgehend aufsuchen. Meist sind Vergrößerungen der Hämorrhoiden Ursache für die Beschwerden, jedoch können lebensbedrohliche Erkrankungen dahinter stecken.

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Ich habe Angst vor einer unangenehmen Behandlung!

Der Arzt wird zunächst ausführlich mit Ihnen Ihre Beschwerden besprechen und daraus schon wichtige Schlüsse ziehen können. Notwendige proktologische Untersuchungen sind lediglich ungewohnt und etwas unangenehm. Bei entsprechender Erfahrung des Arztes sind sie ungefährlich und schmerzlos. Die Austastung mit dem Finger ist äußerst wichtig und nicht belastend; sie gibt oft bereits entscheidende Informationen über Art und Ausmaß einer Erkrankung. Bei der Afterspiegelung (Proktoskopie) wird der Analkanal mit einem beleuchteten, etwa fingerstarken Rohr inspiziert. Nur hierdurch können die Hämorrhoiden und das Ausmaß ihrer Vergrößerung beurteilt werden. Mit dem Finger oder dem flexiblen Endoskop sind sie nicht ausreichend zu erkennen. Die Mastdarmspiegelung (Rektoskopie) mit dem etwas längeren, starren Gerät gewährt Einsicht in den unteren Dickdarm. Mit ihr werden Entzündungen, Polypen oder auch Krebs in diesem besonders häufig betroffenen Abschnitt ausgeschlossen. Manchmal müssen die höheren Darmabschnitte mit einem biegsamen Instrument, dem Coloskop, inspiziert werden. Auch diese Untersuchung erfolgt in der Regel ambulant. Bei Bedarf können bei allen Spiegelungen Gewebeproben entnommen werden.

Wie geht der Arzt bei einer Hämorrhoiden-Behandlung vor?

Mit Salben und Analtampons lassen die Hämorrhoiden nicht auf normale Größe zurückbringen. Die Art der Behandlung richtet sich nach der Größe der Hämorrhoiden.
Bei Hämorrhoiden ersten Grades (nur mit dem Proktoskop zu erkennen) ist die Verödung (Sklerosierung) die effektivste Behandlung: ein Medikament wird über das eingeführte Proktoskop tropfenweise in die vergrößerten Hämorrhoidalpolster gespritzt. Durch die schrumpfende Wirkung des Verödungsmittels auf das Bindegewebe erfolgt die Rückbildung der hämorrhoidialen Schwellkörper auf eine normale Größe und die Beschwerden gehen rasch zurück. Die Verödung ist schmerzfrei und kann auch noch bei Schwangeren im 9. Monat durchgeführt werden. Nebenwirkungen sind sehr selten.
Hämorrhoiden zweiten Grades – sie sind größer und können sich beim Pressen nach außen wölben – werden ebenfalls verödet und zusätzlich mit einem kleinen Gummiring wirkungsvoll abgebunden (Ligaturmethode). Auch die Gummibandligatur kann völlig schmerzfrei und ambulant durchgeführt werden.
Drittgradig vergrößerte Hämorrhoiden wölben sich vorübergehend oder dauerhaft aus dem Afterkanal nach außen vor. Sie lassen sich meistens durch die Sklerosierung, die Ligatur oder die Kombination beider Methoden therapieren. Ob eine Operation angezeigt ist, wie es in diesen Fällen gelegentlich vorkommt, und welche Art des operativen Eingriffs jeweils in Frage kommt, kann natürlich der proktologisch erfahrene Chirurg am besten beurteilen.

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