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Dr. med. Mathias Okroi / Praxis Dr. Kuhlgatz

Chirurg
Praxis für Coloproktologie

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Beschwerden im After- und Enddarmbereich

Die zahlreichen Beschwerden im After- und Enddarmbereich (also im „proktologischen“ Bereich) äußern sich durch verschiedene Symptome: Juckreiz, Brennen, Nässen, Wundsein der Haut, Verdickungen im Afterbereich, Stuhlschmieren, sichtbares Blut, Druckgefühl, Schmerzen bei der Stuhlentleerung, Schmerzen im Enddarm – um nur die häufigsten zu nennen.

„Ich habe Hämorrhoiden“

Nahezu alle der oben genannten Beschwerden werden von Patientinnen und Patienten oft auf „die Hämorrhoiden“ zurückgeführt. Der proktologische Spezialist verbindet den Begriff Hämorrhoiden jedoch nicht mit einem Krankheitsbild. Hämorrhoiden sind die bei jedem Menschen vorhandenen Schwellkörper oberhalb des Afters unter der Enddarmschleimhaut. Es handelt sich um Blutgefäß-Schwellgewebe, das sich normalerweise an 3 typischen Stellen oberhalb des Schließmuskels verteilt und – wie angenommen wird – zum Feinverschluss des Afters beiträgt. Hämorrhoiden kann man übrigens nicht von außen sehen oder fühlen und auch nicht mit dem untersuchenden Finger tasten und beurteilen.

Die Ursache eines Irrtums

Die Hämorrhoiden, also das Blutgefäß-Schwellgewebe, sind bei etwa 70 % aller Erwachsenen häufig zu stark mit Blut gefüllt („gestaut“). Diese durch den Blutstau vergrößerten Hämorrhoidalpolster können dann auch tatsächlich viele der oben angeführten Beschwerden verursachen. Wegen ihrer Häufigkeit und weil es sich bei solchen Beschwerden nicht um eine Krankheit handelt, wird das Hämorrhoidalleiden deshalb auch als Volksleiden bezeichnet.

Die vergrößerten oder gestauten Hämorrhoidalpolster sind jedoch nicht immer die Schuldigen. Daher muss vorab immer eine proktologische Untersuchung durchgeführt werden.

Die Behandlung von Hämorrhoidalleiden hat das Ziel, gestautes oder vergrößertes Hämorrhoidengewebe zu verkleinern.

Folgende Verfahren kommen dabei zur Anwendung:

  • Verödung (Sklerosierung) durch Einspritzung eines Verödungsmittels
  • Abbindung durch einen Gummiring (Gummiring-Ligatur)
  • Kombination beider Verfahren

Diese Behandlungsmethoden sind in der Regel absolut schmerzlos und erfordern daher keine örtliche Betäubung oder Vorbereitung. Sie werden immer ambulant durchgeführt. Im Anschluss an die Behandlung sind auch keine besonderen Einschränkungen bei Ernährung oder Verhalten erforderlich.

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Analfissuren

Was ist eine Analfissur?

Übersetzt heißt „Fissur“ Riss. Der bei der proktologischen Untersuchung festgestellte Defekt sieht aus wie ein Riss, und in den meisten Fällen schmerzt und blutet er auch wie ein Riss.
Tatsächlich handelt sich hier aber nicht um einen mechanischen Riss der Haut: die Analfissur entsteht durch eine Entzündung und ist eher mit einem Geschwür vergleichbar.

Was entzündet sich?

In der hochempfindlichen Haut, welche den Afterkanal auskleidet, gibt es ringsum kleine Grübchenbildungen, die bei jedem Menschen in unterschiedlicher Anzahl, Ausprägung und Tiefe vorhanden sind. Sie heißen in der Fachsprache „Analkrypten“. Diese Gebilde können sich genauso entzünden wie andere Gewebsarten im menschlichen Körper. Weil bei allen Menschen Analkrypten vorhanden sind, kann vom Kleinkind bis zum Greis jeder Gesunde betroffen sein.

Wie werden Analfissuren behandelt?

Die Behandlung erfolgt mit der so genannten Nifedipin-Salbe, um den Afterschließmuskel zu entspannen und die kleinsten Blutgefäße im Afterkanal zu erweitern. Die örtliche Durchblutung wird dadurch verbessert. Die erhöhte Blutzufuhr bewirkt, dass vermehrt Sauerstoff, Abwehrstoffe und Nährstoffe dorthin gelangen, die zur Heilung benötigt werden.

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Verstopfung (Obstipation)

Abführmittel gegen Verstopfung?

Außerordentlich viele Menschen leiden unter ausgeprägter Darmträgheit. Zwar bezeichnet man eine Darmtätigkeit als normal, wenn die Häufigkeit der Entleerung zwischen 3mal täglich und 1mal alle drei Tage liegt. Aber auch dann können die Beschwerden einer Verstopfung mit der Notwendigkeit zu starkem Pressen beim Stuhlgang und mit sehr harter Stuhlkonsistenz vorliegen.

Fakt ist: Abführmittel beseitigen die Ursache nicht. Im Gegenteil, Abführmittel verschlimmern die Verstopfung auf Dauer. Besonders für Bluthochdruck- und Migränepatienten ist der Abführmittelgebrauch nachteilig. Bei dem künstlich angeregten Stuhlgang wird zuviel Kalium ausgeschieden. Kaliummangel führt jedoch zu verschiedenen Störungen wie Muskelschwäche, Darmschwäche, Antriebsarmut, Verstimmungen und Migräne.

Was kann man tun?

Die natürliche Anregung der Darmtätigkeit wird mit einer guten Füllung des Darmes erreicht. Wichtig dabei ist eine Ernährung, die viele Ballaststoffe enthält. Zu empfehlen sind Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, vor allem Bohnen, Erbsen, Linsen und grober Kohl. Äußerst wirksam ist auch Sauerkraut.

Soll die Darmentleerung verbessert werden, sollten Sie Ihrem Dickdarm Ballaststoffe zuführen. Ballaststoffe verbessern die Darmtätigkeit, kräftigen die Muskulatur der Darmwand und beschleunigen die Ausscheidung.

Ein besonders gut geeignetes Gemisch solcher Ballaststoffe besteht aus den nachfolgend angegebenen Anteilen:

  • 1 Esslöffel Leinsamen
  • 1 Esslöffel Weizenkleie
  • 1 Teelöffel Milchzucker

Mischen Sie die 3 Dinge und rühren Sie diese dann in jede Speise und in jedes Getränk, welches Sie mögen, z.B. in Milch, Joghurt, Müsli, Fruchtsaft, Suppe oder wie immer Sie es mögen. Die Einnahme erfolgt zunächst 2mal täglich: mit dem Frühstück und mit dem Abendessen. Wichtig ist: immer ausreichend trinken, mindestens 1 großes Glas Wasser zusätzlich! Wenn ihr Dickdarm gekräftigt ist und besser arbeitet, können Sie die Ballaststoffrezeptur auch seltener Ihren Speisen zusetzen.

Unser Tipp:

Sie müssen diese Ballaststoffe nicht unbedingt in der Apotheke oder im Reformhaus kaufen. Man bekommt sie mit derselben Wirkung gut und günstig in jedem Supermarkt und in jedem Drogeriemarkt lose oder fertig abgepackt. Besorgen Sie sich zum Anfang je 250 g Leinsamen und Weizenkleie sowie 125 g Milchzucker.

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